Luigi Reitani (1959–2021)

Aus
Arthur Schnitzler-Gesellschaft

Wir trauern um Luigi Reitani, der am 30. Oktober an Covid-19 verstorben ist.

Luigi Reitani war von 2005 bis 2015 Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Udine, von 2008 bis 2015 Kulturdezernent der Stadt Udine, von 2015 bis 2019 Leiter des Italienischen Kulturinstitutes in Berlin. Seine wissenschaftliche Arbeit galt Autoren und Autorinnen, die er übersetzt und in kommentierten Editionen herausgegeben hat, darunter eine Gesamtausgabe der Lyrik Friedrich Hölderlins. Einen besonderen Schwerpunkt bildeten dabei österreichische Schriftsteller und Schriftstellerinnen wie Ingeborg Bachmann, Thomas Bernhard, Elfriede Jelinek, Ernst Jandl, Friederike Mayröcker und Josef Winkler, wofür er 2010 auch mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet wurde.

Immer wieder arbeitete Luigi Reitani auch zu Arthur Schnitzler. Schon seine Promotion von 1983 galt dessen Werk; er hat seine Texte übersetzt, interpretiert und in kulturhistorischen Zusammenhängen kontextualisiert. Sein an Übersetzungsnuancen geschultes philologisches Verständnis hat die Lektüre von Schnitzlers Werken durch viele interkulturelle Aspekte bereichert.

Luigi war ein besonders liebenswerter, gastfreundlicher und loyaler Kollege. Sein Hinscheiden im 62. Lebensjahr – nach dem er es schöner und leichter hätte haben, nach dem er sich nur mehr dem hätte widmen sollen, woraus er ausschließlich Freude und Gewinn bezog – macht uns tief betroffen. All unser Mitgefühl gilt seiner Familie, die aber auch wissen soll, welches Geschenk Luigis Wissen und Haltung, seine Literatur- und Menschenliebe für alle bedeuteten, die das Glück hatten, ihn zu kennen.

November 2021                                                                               Konstanze Fliedl

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